Hüftendoprothese (Künstliches Hüftgelenk)

Die Hüftendoprothese oder das künstliche Hüftgelenk ist die einzige  ursächliche Behandlung bei einem fortgeschrittenen  Hüftgelenksschaden. Alle anderen Therapien behandeln die Symptome, nicht die Ursache.

Was genau ist Arthrose?

Bei der Arthrose kommt es zur Abnutzung des Gelenkknorpels bis zum vollständigen Verlust des knorpeligen Gelenküberzugs. Eine Arthrose ist nicht heilbar und schreitet vorwärts. Ein Stoppen der Arthrose durch konservative Behandlungen ist nicht möglich, lediglich eine Linderung der Symptome.

Wie sieht der Eingriff aus?

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks ist ein irreversibler Eingriff. Das körpereigene Hüftgelenk wird entfernt und stattdessen ein künstliches Gelenk eingesetzt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zur Operation?

Wenn durch die körperliche und radiologische Untersuchung nachgewiesen ist, dass das betroffene Gelenk tatsächlich die Ursache für die Beschwerden des Patienten ist. Voraussetzung ist das konservative Maßnahmen ausgeschöpft wurden und keine Verbesserung mehr dadurch zu erreichen ist. Wenn beim Laufen oder auch schon in Ruhe die Beschwerden so stark zugenommen haben, dass es zu einer fortschreitenden Funktionseinschränkung oder einer starken Einschränkung der Lebensqualität gekommen ist und der Leidensdruck so hoch ist, dass eine Verbesserung nicht wirklich mehr erreicht werden kann.

Symptome:

Typisch sind Schmerzen im Bereich des Hüftgelenkes in Bewegung aber auch in Ruhe wie der nicht selten auftretende Nachtschmerz. Die Schmerzen sind in der Regel in der Leiste lokalisiert, können aber auch  bis in das Kniegelenk ausstrahlen. Oft sind die Schmerzen auch überlagert von ausstrahlenden Beschwerden von der Lendenwirbelsäule, die durch die mangelnde Drehfähigkeit des arthrotischen Hüftgelenks nicht selten auch in Mitleidenschaft gezogen wird.

Diagnostik:

Zur Beurteilung, ob ein Hüftgelenkersatz erforderlich ist, genügt in der Regel ein Röntgenbild der Hüftgelenke. Zur genauen Planung der Operation sind manchmal spezielle Röntgenaufnahmen erforderlich.

Therapie:

Das Einsetzen einer Hüftendoprothese ist eine der am häufigsten durchgeführten orthopädischen Operationen. Sie verlangt aber dennoch Erfahrung und Sorgfalt in der Durchführung. Je nach Alter oder Knochenqualität kommen bei der Hüftendoprothese verschiedene Prothesentypen zum Einsatz. Bei Nutzung von bewährten  Prothesentypen können bei mehr als 95 Prozent der Patienten eine Standzeit der Prothese von 15 bis zwanzig Jahren erreicht werden in Abhängigkeit von Alter und Belastung. Auf dem deutschen Markt gibt es weit über 150 verschiedener Prothesentypen mit verschiedenen Verankerungsprinzipien. Nicht jede Prothese ist für jeden Patienten die geeignete. Die Auswahl des für Sie richtigen Prothesenmodells geschieht gemeinsam mit mir als ihrem Operateur, unter Berücksichtigung von Alter und Knochenqualität.

Das künstliche Hüftgelenk versucht, den Hüftkopf und die Gelenkpfanne des natürlichen Hüftgelenkes, welches sich durch Abnutzungskrankheit oder Unfallfolgen verändert hat, zu ersetzen. Die Materialien und Oberflächeneigenschaften der Hüftprothese wurden dem Körper physiologisch möglichst nahe angepasst. Die Prothesen bestehen im Wesentlichen aus Metalllegierungen mit besonderen Oberflächeneigenschaften, welche ein direktes Anwachsen des Knochens an die Prothese ermöglichen oder Knochenzement wird verwendet als Haftmittel zwischen dem Knochen und dem Prothesenelement bei nicht mehr ganz optimaler Knochenqualität. Die Auswahl der Prothese richtet sich nach der Knochenform, dem Kalksalzgehalt, dem Gewicht und dem körperlichen Aktivitätsniveau.

In der Regel wird ein so genannter lateraler Zugang zum Hüftgelenk von mir bevorzugt. Ein kleiner Hautschnitt ist sicher kosmetisch für den Patienten wichtig, jedoch steht für den Operateur im Vordergrund, dass die Prothese möglichst Muskel- und Weichteilschonend implantiert wird. Die Größe des Hautschnitts ist verständlicherweise auch individuell abhängig von der Konstitution des Patienten.

Die teilweise Unzufriedenheit nach Einbau von Kunstgelenken entspricht einer falschen Vorstellung was das neue Kunstgelenk wirklich leisten kann. Vergessen Sie nicht, es handelt sich um einen Gelenkersatz, der besser ist als Ihr geschädigtes Gelenk. Die Qualitäten eines gesunden Hüftgelenks kann dieser jedoch nie erreichen.

Offene Fragen können nur bei einer persönlichen individuellen Beratung  geklärt werden. Informationen über unser Nachsorgekonzept stehen für Sie unter diesem Link bereit.